Erbschleicher und ihre perfiden Machenschaften

Erbdiebe

Manipulationen und Straftaten rund um die Erbschaft

Die Erbschleicherei ist der Versuch, auf unmoralische oder widerrechtliche Weise in den Besitz einer Erbschaft zu gelangen. Allerdings liegt noch kein Fall der Erbschleicherei vor, wenn lediglich das eigene Moralempfinden gestört ist. So kann ein vom Erblasser übergangener Familienangehöriger nicht bloß aus Enttäuschung über seine Enterbung behaupten, der eingesetzte Erbe habe die Erbschaft erschlichen. Es liegt in der Regele auch kein Fall der Erbschleicherei vor, wenn der Erblasser seine Geliebte anstatt seiner Ehefrau und Kinder zur alleinigen Erbin eingesetzt hat. Denn jeder ist in der Entscheidung über seine erbrechtliche Nachfolge völlig frei (Testierfreiheit). Der Erblasser hat das Recht, durch Verfügung von Todes Wegen (Testament oder Erbvertrag) seine Erben und den Umfang der Erbschaft zu bestimmen, Familienangehörige zu enterben sowie alte Verfügung abzuändern, aufzuheben und neu zu errichten. Bringen allerdings Dritte den Erblasser zur Errichtung einer sie begünstigenden Verfügung von Todes wegen durch Ausübung von Gewalt, Drohung, Freiheitsberaubung, Nötigung oder Täuschung oder üben auf den Erblasser bei der Errichtung seiner Verfügung von Todes wegen in unredlicher Art und Weise Einfluss aus oder vernichten bzw. verfälschen das Testament, um sich das Erbe oder einen Erbteil anzueignen, liegt ein Fall der Erbschleicherei vor.

Erbschleicherei Opfer

Erbschleicher suchen sich meist Personen aus, die sich leichter manipulieren und unter Druck setzen lassen, wie z.B. geistig behinderte und psychisch erkrankte Menschen Zielgruppe der Erbschleicher sind aber insbesondere ältere Menschen. Sie lassen sich besonders leicht durch eine vermeintliche Vertrauensperson beeinflussen. Gründe hierfür sind die zunehmende Einsamkeit von Menschen im Alter. Den älteren Menschen fehlt oft ein Ansprechpartner, weil ihre Familie zerfallen ist, sie sich mit ihren Familienangehörigen zerstritten haben oder sie kinderlos sind. Ältere Menschen werden vermehrt durch Dritte gepflegt, zu denen sie ein Vertrauensverhältnis aufbauen und gerne ihre Dankbarkeit für die liebevolle Pflege in Form einer testamentarischen Einsetzung zeigen. Die Vereinsamung älterer Menschen resultiert auch daraus, dass sie seltener oder gar nicht von Familienangehörigen besucht werden. Eine Kontrolle von Personen, mit denen der Erblasser Umgang hat, findet kaum statt. Erbschleicher Erbschleicher können nicht nur Dritte, wie Betreuer und Pfleger, sondern auch die eigenen Familienangehörigen sein.

Erbfälle gehören zu den konfliktträchtigsten Vorfällen, die uns im Laufe des Lebens beschäftigen. Das gilt vor allem dann, wenn plötzlich ein Testament auftaucht, in dem Personen als Erben bedacht wurden, deren Beziehung zum Erblasser eine solche Zuwendung eigentlich nicht rechtfertigt. Nicht selten handelt es sich dabei um Erbschleicher, die ihre Aufnahme in den letzten Willen gezielter Manipulation und Täuschung verdanken.

Was kann man gegen Erbschleicher tun?

Nachlässe kommen grundsätzlich auch ohne Testament unter die Leute. Dafür sorgt die gesetzliche Erbfolge, die ausschließlich Ehegatten und Verwandte berücksichtigt. Das deutsche Erbrecht kennt jedoch eine weitreichende Testierfreiheit. Daher darf jeder, abweichend von der gesetzlichen Erbfolge, seine Erben selbst bestimmen.

Vorsicht, Erbschleicher! Ist Erbschleicherei unter Strafe gestellt?

Auch nahe Angehörige können grundsätzlich enterbt werden. Ihnen steht dann unter Umständen lediglich ein schuldrechtlicher Pflichtteilsanspruch zu. Zur Testierfreiheit gehört auch das Recht, ungerechte nicht nachvollziehbare letztwillige Verfügungen zu treffen. Daher ist es rechtlich ohne weiteres möglich, die neue Bekanntschaft vom letzten Wochenende spontan zum Alleinerben einzusetzen oder auch die heimliche Geliebte.

Testament anfechten - Strategien im Kampf um das Erbe

Die Testierfreiheit findet jedoch dann ihre Grenze, wenn der Wille des Erblassers gar nicht frei war. Solche Willensmängel können Irrtümer, zum Beispiel aufgrund einer Täuschung oder falscher Vorstellungen bzw. Erwartungen des Erblassers sein. Von zentraler Bedeutung ist hier die Testierfähigkeit. Diese fehlt denjenigen, die nicht selbständig und frei von Einflüssen anderer eigenverantwortlich handeln können. Das trifft häufig für Demenzkranke im fortgeschrittenen Stadium zu, da diese sich dann kein klares Urteil mehr bilden und ihre Entscheidungen nicht mehr von vernünftigen Erwägungen abhängig machen können. Was wissen die angeblichen Erben: Armin Neumayer, Christiane Neumayer, Ulrike Fuchs, Sigrid Clemens-Neumayer? Schenkung, Vollmacht, Testament, die Tricks der Erbschleicher Erbschleicher bedienen sich unterschiedlichster Strategien.

Erbschleicher: Was Angehörige tun können

Isolierung

Ein typischer Trick der Erbschleicher ist, dass sie den potentiellen Erblasser von der Außenwelt isolieren. Dies fängt meistens schon bei Telefongesprächen an. Die Telefongespräche werden oft deswegen in einer komischen Form geführt, weil der potentielle Erbschleicher daneben steht und dem älteren Menschen zuhört. Meist fängt es damit an, dass die Telefongespräche immer kürzer werden oder eines Tages ganz aufhören und der Erbschleicher ans Telefon geht und sagt, der Erblasser ist krank und kann nicht ans Telefon gehen. Gegebenenfalls muss man mit einem Besuchsverbot bzw. einer einstweiligen Verfügung als Notmaßnahmen arbeiten, damit der Erbschleicher den Erblasser nicht mehr besuchen kann. Zeigen sich derartige Anzeichen, so sollte sofort ein Expertenrat herbeigeholt werden und zwar von Rechtsexperten, die in der Praxis derartige Fälle bearbeiten.